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Psychische Probleme sind offensichtlich ein wichtiger und bislang übersehener Faktor dafür,dass Jugendliche und junge Erwachsene regelmäßig zu Ecstasy und anderen Drogen greifen. Wissenschaftler des Max - Planck -Instituts für Psychiatrie untersuchten unter der Leitung von Professor Dr.med.Hans Ulrich Wittchen und Dr.med.Roselind Lieb über einen Zeitraum von fünf Jahren in München den Konsum von legalen und illegalen Drogen in einer repräsentativen Gruppe der 14 bis 24 Jährigen. Vor allem Jugendliche,die schon in der Kindheit von Angsterkrankungen und depressiven Störungen betroffen waren,sind stark gefährdet,regelmäßige Konsumenten von Ecstasy,aber auch anderen Drogen zu werden. Interessant ist dabei die Beobachtung,dass ihre Hemmschwelle für die erste Einnahme zunächst durchaus hoch ist - möglicherweise weil ihnen aufgrund der Angstproblematik der Mut dazu fehlt. Haben sie aber erst einmal damit angefangen,ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch,dass sie Ecstasy und andere Substanzen regelmäßiger und langfristiger konsumieren als Personen ohne Angststörungen. Eine Motivation für den Ecstasykonsum ist bei diesen Jugendlichen der Glaube,bestehende Ängste und andere psychische Probleme - zum Beispiel im sozialen Kontakt selbst "therapieren" zu können. Das ist aber ein großer Irrtum,so Wittchen.Zwar kann bei einigen Jugendlichen initial durchaus eine vorübergehende scheinbare Beschwerdebesserung eintreten. Da Ecstasy aber keine beruhigende,sondern eine stimulierende Wirkung hat,führt der wiederholte Konsum gehäuft zu einer Zunahme von Angstphänomenen,Panik sowie ängstigenden körperlichen und psychischen Leiderlebnissen. Möglicherweise liege das unter anderem daran, dass viele Ecstasypräparate auch Beimischungen von Halluzinogenkomponenten aufweisen, erklärt Wittchen.Geprüft wird derzeit,ob das Auftreten dieser Phänomene zudem damit verbunden ist, dass Ecstasykonsumenten in der Regel auch zu anderen illegalen Substanzen greifen. Ein Grund für diesen zusätzlichen Konsum ist der Studie zufolge offensichtlich,dass vielen Ecstasy-Usern nach längerem regelmäßigen Gebrauch der primäre Amphetamineffekt nicht mehr ausreicht.
19.06.2009, 11:30 von Christiane |
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